Ursachen für Endometriose

Die Erkrankung Endometriose bezeichnet die Fehl-Ansiedlung von Gewebe, das eine große Ähnlichkeit mit den Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) besitzt, jedoch außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Trotz einiger vielversprechender Hypothesen ist die Ursache dieser Erkrankung bis heute noch nicht abschließend geklärt.

Da nach Schätzungen zwischen sieben und fünfzehn Prozent aller Frauen während ihrer Geschlechtsreife von Endometriose betroffen sind und bei ungefähr der Hälfte behandlungsbedürftige Beschwerden auftreten, ist es wichtig die Ursachenforschung weiter voranzutreiben und effektive, nicht-invasive Behandlungsmethoden zu entwickeln bzw. bestehende Methoden zu verbessern.

Bekannte Hypothesen zur Ursache von Endometriose

Neue Theorien legen nahe, dass Endometriose mit hoher Wahrscheinlichkeit eine primäre Erkrankung der Gebärmutter ist, deren autonome Muskelkontraktionen, die bei jedem glattmuskulären Organ auftreten, für die deplatziert angesiedelten Zellen verantwortlich sind. Diese selbstständigen Muskelbewegungen sind jedoch essentiell für die Funktionalität der Gebärmutter.

Ursachen von EndometrioseAn Endometriose erkrankte Frauen scheinen dabei verstärkte und unkontrollierte Gebärmutterkontraktionen zu haben, wodurch kleinste Verletzungen (so genannte Mikrotraumen) in den tiefen Schichten der Gebärmutterschleimhaut sich bilden. Durch diese Mikrotraumen können einzelne Zellen herausgelöst werden, die über den Eileiter bis in den Bauchraum gelangen oder sogar direkt in die Gebärmuttermuskulatur einwachsen können.

Diese speziellen Zellen können sich an ihrem neuen Bestimmungsort ansiedeln und sich zu Gebärmutterschleimhaut-ähnlichem Gewebe entwickeln, welches entzündliche Reaktionen hervorrufen kann.

Die entstandenen Mikrotraumen in der Gebärmutter selbst setzen regelmäßige Gewebe-Reperationsmechanismen in Gang, die wiederum die Muskelkontraktionen noch weiter verstärken, was letztlich zu neuen Mikrofrakturen führt. Es entwickelt sich ein Teufelskreis, der ohne Behandlung zu weiteren Schädigungen der Gebärmutter führen kann.

Andere Theorien betrachten mögliche immunologische Veränderungen als potentielle Endometriose-Auslöser, da verschiedene Immunzellen bei erkrankten Frauen vorzufinden sind. Gleichzeitig werden genetische Ursachen untersucht, da eine starke Häufung des Krankheitsbildes innerhalb einiger Familien vorzufinden ist.

Die absolute Zahl der Menstruationstage als Risikofaktor

Immerhin konnte die Wissenschaft die absolute Zahl der Menstruationstage als Risikofaktor ausfindig machen. Dabei steigt das Risiko der Endometriose zusammen mit der absoluten Zahl an Menstruationstagen der Frau an. Diese kryptische Zahl wird von vielen weiteren Faktoren wie beispielsweise der Länge des Zyklus, das Einsetzen der ersten Regelblutung, die Anzahl der Kinder oder die Dauer der Stillzeiten maßgeblich beeinflusst.

Viele dieser Faktoren sind dabei durch zivilisatorische Einflüsse verändert worden, sodass in der Entwicklung die Zahl an absoluten Menstruationstagen konstant zunimmt und damit auch das Erkrankungsrisiko. Aktuelle Entwicklungen lassen hier auch annehmen, dass durch Einflüsse wie die Gewichtszunahme bei Kindern und die Konzentration auf die berufliche Karriere die Anzahl dieser absoluten Menstruationstage noch weiter steigen wird.

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