
Die Entfernung der Gebärmutter beispielsweise wird von vielen Gynäkologen bei anhaltenden starken Regelblutungen vorgenommen, obwohl am Organ selbst keine krankhaften Veränderungen nachweisbar sind. Dazu Prof. Speiser: "Die Einführung endoskopischer Operationstechniken hat international zu einem völligen Umdenken geführt. Heute sind bei den wenigsten gynäkologischen Problemen noch Bauchschnitt und Radikalentfernung notwendig. Stattdessen sollten maximaler Organerhalt und der kleinstmögliche Schnitt angestrebt werden." Wenn es aus medizinischer Sicht tatsächlich notwendig ist, ein Organ zu entfernen, so kann das mit Hilfe der Endoskopie durchgeführt werden. Nach dem Motto: 'So schonend wie möglich, so radikal wie nötig'. Neben emotionellen und kosmetischen Aspekten gibt es noch 4 wesentliche medizinische und ökonomische Vorteile: Die Patientin erholt sich deutlich schneller, braucht wesentlich weniger Schmerzmittel, ist schneller wieder arbeitsfähig und der Operateur kann durch die Verwendung eines optischen Lichtstabes das Operationsfeld stark vergrößert einsehen und besonders exakt beurteilen. Prof. Nagele: "Angesichts so vieler Vorteile ist der Einsatz des traditionellen großen Bauchschnittes mit Totaloperation nur noch in den wenigsten Fällen gerechtfertigt." Informationsmangel
bei Patientinnen und Ärzteschaft Eine Ursache dieses
allzu leichten Einverständnisses ortet Prof. Speiser im fehlenden
anatomischen Wissen der Patientinnen: "Dank der Verwendung von Tampons
ist den Patientinnen wenigstens die Scheide vertraut. Doch über die
Lage und Funktion von Eileitern, Eierstöcken und Gebärmutter
fehlen meist genauere Vorstellungen. Bei uns können Patientinnen
alle ambulanten Untersuchungen auf dem Bildschirm mitverfolgen und so
z.B. ihre eigene Gebärmutter von innen sehen. Eine ergänzende
Ultraschalluntersuchung führt dazu, dass Frauen eine klarere Vorstellung
von ihren Organen bekommen." Prof. Nagele abschließend: "Ob der Operateur gut gearbeitet hat, wird von Patientinnen oft nach der Länge der Narbe beurteilt. Gesundheits- und körperbewusste Frauen wollen sich weder durch eine lange Narbe verunzieren lassen, noch ihre frauenspezifischen Organe ohne Grund 'verschenken'. Der kurze Spitalsaufenthalt und die rasche Erholung sind zusätzliche Vorteile dieser Operationstechniken, die den Bedürfnissen der berufstätigen oder durch Beruf und Familie doppelt belasteten Frau entgegenkommen."
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per ISDN:
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