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Myome sind grundsätzlich gutartige Tumore, die sich aus einzelnen glatten Muskelzellen der Gebärmutter entwickeln; sie sind meist kugelig rund, derb und von der umgebenden Muskulatur der Gebärmutter gut abgrenzbar. Die genaue Ursache der Entstehung von Myomen ist bis heute weitgehend unbekannt. Das Wachstum der Myome wird in erster Linie hormonell gesteuert, und dies erklärt auch, warum diese Tumore während der Schwangerschaft - die Hormonkonzentration steigt hier auf ein Vielfaches der Normalwerte an - oft dramatisch an Grö´ße zunehmen. In Abhängigkeit von der Lokalisation der Myome unterscheidet man außen aufsitzende Knoten (sog. subseröse Myome), in der eigentlichen Wand der Gebärmutter gelegene Myomtypen (sog. intramurale Myome) und solche, die in die Gebärmutterhöhle hineinragen (sog. submuköse Myome).
Myome sind mit Abstand die häufigsten gutartigen Gebärmuttergeschwülste. Mindestens 20% aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter haben Myome, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt: fast die Hälfte aller Frauen jenseits des 40.Lebensjahres haben Myome. In äußerst seltenen Fällen (<0.5%) können Myome auch bösartig entarten.
In Abhängigkeit von ihrer Zahl, Größe und Lage verursachen Myome in bis zu 50% der Fälle unterschiedlich klinische Symptome. Zu den häufigsten zählen Schmerzen im kleinen Becken, Blutungsstörungen und Störungen bei der Fortpflanzung. Beschwerden im Unterbauch- und Genitalbereich, sowie im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins sind fast immer durch besonders große Myome (10cm und darüber) bedingt und können auch mit Problemen des harnableitenden Systems (Schmerzen beim Harnlassen, häufiger Harndrang, wiederholte Entzündungen und unvollständige Entleerung der Harnblase, Harnrückstau durch Druck auf die Harnleiter von außen) kombiniert auftreten. Blutungsstörungen, zumeist in Form von sehr starken und verlängerten Regelblutungen, sind ein typisches Symptom für Myome, die in die Gebärmutterhöhle vorwachsen; vor allem dieser Myomtyp kann auch die Einnistung des befruchteten Eis und später das Wachstum des Embryos so massiv stören, dass es zur Fehlgeburt kommt. Intramurale Myome stören die normalen Kontraktionen der Gebärmutter zu bestimmten Zeiten des Monatszyklus und können auf diese Weise ebenso für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein.
Die Diagnose ergibt sich meist schon aus der Krankengeschichte und den Beschwerden. Größere Myome werden bei der gynäkologischen Untersuchung getastet, und der routinemäßig durchgeführte Ultraschall bestätigt die Vermutung. Bei Blutungsstörungen und Verdacht auf Sitz des Myoms in der Gebärmutterhöhle sollte eine diagnostische Hysteroskopie durchgeführt werden, einerseits um andere krankhafte Veränderungen in der Gebärmutter auszuschließen, und andererseits, um die exakte Lokalisation und Ausdehnung des Myomknotens innerhalb der Gebärmutterhöhle zu bestimmen.
In vielen Fällen
verursachen Myome keine Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt.
In Abhängigkeit von der Größe des Myoms und dem Alter
der Patientin ist oft gar keine Therapie, sondern lediglich eine regelmäßige
Ultraschallkontrolle erforderlich. Die medikamentöse Therapie mit
sehr potenten Hormonen sollte nur in bestimmten Fällen als Vorbehandlung
vor einer geplanten Operation eingesetzt werden und sollte vor allem bei
jüngeren Frauen mit großen Myomen nicht als eigenständige
Therapie betrachtet werden. Die Hormontherapie - meist in Form einer monatlichen
Spritze - wird üblicherweise nur über einen Zeitraum von 6 Monaten
durchgeführt und ist häufig mit relativ starken Nebenwirkungen
vergesellschaftet. Die Myome schrumpfen zwar im Verlauf der Behandlung,
allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass es nach Absetzen der
Therapie meistens zu einem verstärkten, überschießenden
Wachstum des Myoms kommt! Es gibt kein Medikament, mit dem man Myome zum
Verschwinden bringen kann! Eine weitere organerhaltende Behandlungsmethode, die gegenwärtig heftig in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist die sogenannte Myomembolisation. Dabei wird eine großkalibrige Nadel in die Hauptarterie des Beines (Femoralarterie) eingeführt. Durch diese Nadel wird ein dünner Schlauch in das Blutgefäßsystem eingebracht und bis in jene Arterie, welche die Gebärmutter mit Blut versorgt (Arteria uterina) vorgeschoben. Über das Schlauchsystem wird dann eine spezielle Lösung mit feinen Partikeln eingespritzt, die zum Verschluss dieser Arterie führt. Auf diese Weise wird die Durchblutung der Gebärmutter deutlich reduziert, und dies führt in vielen Fällen auch tatsächlich zu einer Verkleinerung des Myoms. Diese Methode hat noch experimentellen Charakter, denn es fehlen die entsprechenden klinischen Studien und vor allem Langzeitergebnisse, um die Myomembolisation als etablierte Methode anzubieten. Zahlreiche wichtige Fragen sind noch nicht beantwortet, so zB ob die herabgesetzte Durchblutung der Gebärmutter nachteilige Folgen für eine spätere Schwangerschaft hat. Ein weiteres Problem dieser Methode dürfte sein, dass es bei Frauen über 40 Jahren in manchen Fällen zu einem frühzeitig einsetzenden Wechsel kommen kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Methode noch relativ jung und nicht sehr gut erforscht ist und daher vorerst nur im Rahmen klinischer Studien angewendet werden sollte.
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