Diagnose von Endometriose

Die Begrifflichkeit der Endometriose beschreibt die Fehl-Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut-Zellen außerhalb der Gebärmutterhöhle. Diese meist chronisch verlaufende Erkrankung betrifft nach Schätzungen etwa fünf bis sieben Prozent aller Frauen während ihrer Geschlechtsreife.

Da bei etwa 50 Prozent der Betroffenen behandlungsnotwendige Beschwerden auftreten, ist eine schnelle, sichere und genaue Diagnostizierung als Grundlage für die Behandlung der Endometriose notwendig. Diese Diagnoseverfahren sollten eng mit der Patientin abgestimmt und auf den jeweiligen Verdacht hin individualisiert werden.

Diagnosemethoden

Als Grundlage einer Diagnose ist ein ausführliches Vorgespräch abzuhalten. In dieser Unterredung ist vorrangig die aktuelle Krankheitsgeschichte detailliert zu präsentieren, aktuelle und vergangene Beschwerden aufzulisten, bisherige medikamentöse oder operative Behandlungen zu nennen, ein eventuell vorhandener Kinderwunsch und eigene Erwartungen abzuklären. Besonders eine detaillierte Beschreibung über die Art der bedingten Symptome, die Stärke, die Position und wann diese Symptome im Zyklus auftreten ist hierbei sehr wichtig.

Abtasten

Die elementarste Diagnoseform ist eine gynäkologische Untersuchung, bei der versucht wird durch Abtasten die Endometriose festzustellen. Grundlage für diese Diagnose ist eine sehr explizite Form der symptomatischen Beschreibung, denn nur sehr selten lassen sich entsprechende Gewebe bereits abtasten.
Diagnose von Endometriose

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung wird häufig zusätzlich im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung durchgeführt. Mittels Ultraschall lässt sich ein möglicher Befund weiter eingrenzen, in beispielsweise der Position und Größe eines Endometrioseherds. Die genaue Abgrenzung von Zysten gelingt jedoch nicht immer bei dieser Untersuchungsform und daher schließ ein „normaler“ Ultraschallbefund die Endometriose nicht komplett aus.

Weitere bildgebende Verfahren

Weitere bildgebende Verfahren wie beispielsweise die Magnetresonanztomographie (kurz: MRT), die Computertomographie (kurz: CT) oder die Röntgenuntersuchung der ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter und Blase) mittels Einsatz eines Kontrastmittels werden seltener eingesetzt.

Laboruntersuchungen

Zusätzlich zu den taktilen und bildgebenden Diagnosen können Laboruntersuchungen zur Diagnose oder zur Therapiekontrolle eingesetzt werden. Dabei wird der Hormonspiegel im Blut analysiert und das selbige zusätzlich auf den Tumormarker Ca125 hin untersucht.

Ultraschalluntersuchung des Darmes

Bei Verdacht einer Endometriose im Darm wird häufig zur Endosonographie, also einer Ultraschalluntersuchung des Darmes, zurückgegriffen. Zusätzlich kann der Darm mittels einer Enddarmarmspiegelung (Rektoidoskopie) oder Koloskopie, einer Darmspiegelung bei der zusätzlich die Schleimhaut des Darms beurteilt werden kann, untersucht werden. Zur Entdeckung von Endometrioseherden innerhalb der Blase kommt eine Blasenspiegelung (so genannte Zystokopie) zum Einsatz.

Bauchspiegelung

Eine Bauchspiegelung (die so genannte Laparoskopie) kann letzten Endes die Verdachtsmomente explizit bestätigen oder negieren. Bei dieser invasiven Diagnosemethode wird durch einen kleinen Bauchschnitt eine Sonde eingeführt und das verdächtige Gewebe untersucht. In der Regel beinhaltet eine Laparoskopie auch direkt die operative Entfernung dieses Gewebes (vergleichbar mit einer laparoskopischen Appendektomie). In der anschließenden histologischen Untersuchung werden diese Gewebeproben mikroskopiert und der Verdacht auf eine Endometriose letztlich gesichert.

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