Behandlung und Therapie von Endometriose

Unter dem Begriff der Endometriose wird die Fehl-Ansiedlung von Gewebe, welches eine große Ähnlichkeit mit den Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) besitzt, jedoch außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt, verstanden.

Aufgrund des chronischen Krankheitsbildes ist eine vollständige Heilung der Erkrankung bisher noch nicht möglich. Die meisten Therapieformen zielen daher auf eine Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Personen ab. Zur Behandlung von Endometriose wird zurzeit eine Kombination aus operativer und medikamentöser Therapie, jeweils in enger Absprache mit der Patientin, eingesetzt.

In bestimmten Fällen können zusätzliche Behandlungen, wie beispielsweise eine Schmerztherapie, eine psychosomatische Therapie, eine Kinderwunschbehandlung oder ergänzende Behandlungsverfahren notwendig sein.

Die operative Therapieform

Die operative Behandlung verfolgt grundsätzlich diese Ziele:

  • Entfernung der sichtbaren Endometrioseherde und verdächtigen Gewebes
  • Eine Wiederherstellung der anatomischen Verhältnisse
  • Erhaltung der betroffenen Organe
  • Mikroskopische Absicherung der gestellten Diagnose

Zum Einsatz kommt bei einer Operation sehr häufig die Bauchspiegelung (eine so genannte Laparoskopie). Erst diese kann schlussendlich die bestehenden Verdachtsmomente explizit bestätigen und die Diagnose absichern. Durch einen kleinen Bauchschnitt wird bei dieser invasiven Methode eine Sonde eingeführt und das verdächtige Gewebe untersucht.

Im Anschluss wird der Endometrioseherd entfernt und das entnommene Gewebe histologisch analysiert, um die Diagnose abzusichern. Bei Anwendung dieses Verfahrens bleiben wenig Narben und Verwachsungen zurück, der Krankenhausaufenthalt ist von kurzer Dauer und die anschließende Genesung verläuft schnell und unkompliziert.
Wie wird Endometriose behandelt

Hormonelle Therapie

Bei der medikamentösen Behandlung werden vornehmlich Präparate eingesetzt, die den Hormonhaushalt manipulieren und insbesondere das Östrogen in der Körperchemie reduzieren. Die Hauptziele dieser Therapieform sind die Verminderung der Beschwerden und der Schmerzen.

Gleichzeitig sollen diese Mittel die vorhandenen Endometrioseherde verkleinern und das Wachstum bzw. die Neuansiedlung von verirrten Gebärmutterschleimhaut-Zellen verhindern. Zur Anwendung kommen Gelbkörperhormone (Gestagene), orale Kontrazeptiva (die „Pille“, monophasische Kombinationspräparate) und GnRH-Analoga (Wechseljahrshormone).

Optionale zusätzliche Therapieformen

Bei sehr ausgeprägten Schmerzen kann eine zusätzliche Schmerztherapie nötig sein, in der individuell dosierte Schmerzmittel verabreicht werden müssen. Insbesondere bei chronischen Schmerzen ist eine konstante Betreuung durch ein Schmerzzentrum notwendig.

Gerade durch chronische Schmerzen verursachte, komplexe Krankheitsgeschichten und in Folge dessen ein enormer Leidensdruck kann psychosomatische Folgen mit sich ziehen wie beispielsweise: Verspannungen, Erschöpfung und Depressionen. Besonders in diesen Fällen muss psychosomatische Medizin hinzugezogen werden.

Die Fruchtbarkeit von an Endometriose erkrankter Frauen kann durch diese Krankheit beeinträchtigt werden. Der Krankheitsverlauf kann die Eileiter verschließen, den Spermientransport in der Gebärmutter behindern oder eine Befruchtung des Eis erschweren. Daher ist in einigen Fällen eine gesonderte Kinderwunschbehandlung notwendig.

Einige Patientinnen unterstützen ihren Behandlungsprozess auch erfolgreich durch die Anwendung alternativer Behandlungsmethoden wie beispielsweise: Traditioneller Chinesischer Medizin, Akkupunktur oder homöopathischen Mitteln. Diese Therapieformen können den klassischen Ansatz der Schulmedizin unterstützen und begleiten.

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